Im Dialog mit: Vernon Trent

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Vernon Trent fotografiert mittlerweile seit über 32 Jahren. Weltweit unterwegs portraitiert er Models und spielt dabei mit dem Licht, wie kaum ein anderer. Er experimentiert gern mit alternativen Entwicklungs- und Printtechniken und präsentiert seine Arbeiten unter anderem in Print Medien (1), Galerien (2) Online (3) und Büchern (4).

Als Art Editor bei Univers d’Artistes (http://www.universdartistes.com) scoutet und promotet er talentierte Fotografen und Modelle aus dem Bereich “Fine Art Nude” Fotografie.

Um so mehr freue ich mich, dass er sich, trotz der knappen Zeit, die Mühe gemacht hat, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Mirko:
Hallo Vernon, danke für Deine Zeit. Zwei oder drei Leser werden Dich eventuell noch nicht kennen. Magst Du Dich vielleicht kurz vorstellen?

Vernon:
Hallo Mirko, sicher, gerne.
Ich bin Vernon Trent aus Düsseldorf und ich mache Bilder :)

Mirko:
Auf Deinem Portfolio www.vernontrent.com sieht man eine große Auswahl Deiner Arbeiten. Du scheinst sehr gern mit analoger Technik umzugehen und experimentierst mit Entwicklungstechniken. Bist Du garnicht digital unterwegs?

Vernon:
Doch, ich bin auch digital “unterwegs” – sofern man das so bezeichnen kann.
2005 kaufte ich mir die erste Digitale, eine Canon 350d die ich noch heute besitze und teilweise nutze, speziell wenn es schnell gehen muss; damit meine ich, dass man schnell Bildergebnisse braucht und keine Zeit oder gar einen Ort zum Film entwickeln hat. Auch im digitalen Bereich gibt es genug Raum zum Experimentieren, angefangen mit der Erkundung der Kameraeinstellungen und deren sinnvollen Einsatz bis hin zum Workflow in der digitalen Dunkelkammer wie zum Beispiel die “Ausbelichtung” der RAW Daten.

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Mirko:
Und womit fotografierst Du lieber?

Vernon:
Meine Präferenz liegt klar bei Film. Nicht aus puristischen Gründen, sondern weil ich mich darin besser zurechtfinden kann. Die Bilder die in meinem Kopf entstehen haben auch den passenden Film dazu.

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Mirko:
Nun fotografierst Du schon seit über 32 Jahren. Was begeistert Dich an der Fotografie?

Vernon:
Mir persönlich kommt es garnicht so lange vor… Ich stelle fest, dass es jeden Tag etwas Neues zu entdecken gibt – neue Techniken und Materialien ausprobieren, Menschen kennenlernen, die man gern fotografiert und zu neuen Freunden werden, neue Grenzen erfahren wenn es darum geht das letzte Quentchen aus einem Motiv oder Filmstreifen herauszuholen.
Ich glaube, die treibende Kraft ist die Verwirklichung neuer Ideen und die damit verbundenen Herausforderungen. Und dafür kann ich mich jeden Tag aufs Neue begeistern.

Mirko:
Die Begeisterung sieht man in Deinen Fotos. Hättest Du in den vergangenen Jahren irgendetwas anders gemacht? Mehr Equipment, teurere Models, mehr Zeit, mehr Elan…?

Vernon:
Der Elan ist immer da, sei es beim Fotografieren, im täglichen Leben oder beim Nichts tun. Manchmal gibt es Momente, in denen ich mir wünsche, dass der Tag 60 Stunden hätte. Dann könnte ich alles schaffen, was ich mit vorgenommen habe.
Utopisch, ja – und selbst dann würde ich noch immer über Zeitmangel meckern.
Es lief nicht immer alles glatt, es gab Rückschläge, persönliche Enttäuschungen aber auch die eigene Dummheit. Man könnte sich diese Passagen wegwünschen, aber ich finde, genau diese Passagen haben zum Lernprozess und Erfahrung beigetragen.
Ob mehr Equipment oder besser bezahlte Modelle meine Arbeit beeinflusst hätten, kann ich nicht beurteilen. Ich versuche immer, mit dem was mir zur Verfügung steht, das Beste herauszuholen.
Und wenn Equipment eine Rolle spielte, dann nur im Sinne von besser statt mehr.

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Mirko:
Nun stellen die Bereiche “Portrait”, “Performance”, “Fine Art Nude” und “Artistic” eine besondere Herausforderung im Umgang mit Menschen dar. Siehst Du Dich dann eher als Regisseur oder als Kameramann?

Vernon:
Meistens bin ich beides zusammen; und manchmal sogar Akteur dazu, wenn ich eine Pose vorführe oder versuche darzustellen was ich mir so vorstelle. Bei Shootings, in denen ich keinen Einfluß auf das Geschehen habe (Street, Performance) bin ich nur Kameramann. Von Zeit zu Zeit tut es gut einfach nur den Auslöser zu betätigen ohne was zu sagen.

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Mirko:
Kann man den bewußten Umgang mit dem Model lernen? Oder anders gefragt: Wie lernt man, das Model nicht nur als pures Motiv, sondern als Mensch vor der Kamera zu sehen?

Vernon:
Ich habe sehr oft erlebt dass Fotografen nicht mit dem Model kommunizieren. Wenn man was möchte, muss man es auch sagen.
Nun, es kommt auch vor, dass sich zwei gesucht und gefunden haben, ich meine, dass ein Fotograf seine Muse gefunden hat, wo nicht viel Kommunikation erforderlich ist. Wo einfache Gesten reichen. Wo man mit Stille kommuniziert. Das klingt vielleicht komisch, ist aber so.

Mirko:
Und hast Du auch schon Deine Muse gefunden?

Vernon:
Oh ja, schon mehrfach. Und über all die Jahre sind es gute Freunde geworden mit denen ich sehr gerne arbeite und hin und wieder auch richtig umfangreiche Projekte starte.

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Mirko:
Du hast eine sehr interessante Aussage getätigt:
amateurs worry about equipment,
professionals worry about money,
masters worry about light,
I just take pictures?

Wenn man die gedankliche Kette verfolgt, hast Du den Master bereits hinter Dir gelassen, oder wo siehst Du Dich?

Vernon:
Nun, wenn man diese Aussage frei übersetzt, heisst es:
Amateure beklagen sich übers Equipment, Professionelle beklagen sich übers Geld, Meister beklagen sich über das Licht, ich mache nur Bilder? Damit ist eigentlich alles gesagt! Es ging mir bei dieser Aussage nicht um meine Stellung innerhalb der Reihen, sondern eher darum, dass man sich zu sehr mit Gejammer und Nebensächlichkeiten beschäftigt und das eigentliche, das Fotografieren, irgendwie auf der Strecke bleibt.

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Mirko:
Die ganze Welt bereisend, Shootings in verschiedenen Metropolen weltweit – hat man da nicht fotografisch alles gesehen? Wie geht es weiter?

Vernon:
Ich habe noch lange nicht alles gesehen. Es gibt noch viel zu tun und meine Liste mit den Modellen die ich ablichten möchte ist lang. Weiterhin stehen vier Buchprojekte am Start. Ein Buch befindet sich in den letzten Arbeitsgängen und wird in Kürze releast. Es gibt also noch jede Menge Arbeit.

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Mirko:
Was möchtest Du uns mit auf dem Weg geben?

Vernon:
Es ist schwer etwas mit auf dem Weg zu geben, weil ich denke, jeder ist einzigartig in seiner Sichtweise, seiner Ausführung bzw. seiner Art Dinge zu interpretieren und umzusetzen. Wichtig ist, dass man sich selbst treu bleibt, seine Ziele verfolgt und auch bereit ist dazu zu lernen. Wenn man das Gelernte mit Erfolg für sich verwenden kann, dann ist es schon mal der richtige Weg.

Mirko:
Vernon, vielen Dank für den angenehmen Dialog und weiterhin viel Erfolg bei Deinen Projekten und vor allem viel Spaß bei der Umsetzung neuer Ideen

Zum Abschluss des Interviews möchte ich gern ein paar Links zu Arbeiten und Onlineprofilen Vernons präsentieren:

1) Print Medien
CarrieLeigh
JPG magazine
SternView 04/2009
SternView 10/2009

2) Galerien
IMAGE:N:ARY 2008
Art speaks from the depths of the soul

3) Online
DeviantArt
Vernon Trent – Portfolio
Vernon Trent – Blog
Vernon Trent – Photoblog
Fotos in der Fotocommunity
Profil auf SternView
Profil auf Bad or Good

4) Bücher/Bildbände
Ehausting the Light – Link folgt (Buch wird demnächst released)
Abstract Emotions (2007) + 1990-2007
Twelve Shots (2007)
INTENSE (als Portrait Model)




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One Response to “Im Dialog mit: Vernon Trent”

  1. Marc says:

    Starkes Interview. Bin auf weitere gespannt :)

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